Fachgespräch Studium Pflege HF

Portrait Anna Zopfi
Anna Zopfi
Dipl. Pflegefachfrau HF
  • Bereich Somatic Care
  • Ausbildung zur FaGe EFZ
  • Studium Pflege HF
  • Bei Spitex Zürich seit 2020

Ich habe mein Studium Pflege HF am Careum Bildungszentrum absolviert und damit auch das Qualifikationsverfahren mit Diplomarbeit, Fachgespräch und Praktikumsqualifikation gemeistert.

Besonders das Fachgespräch im Januar 2026 – die mündliche Prüfung unserer beruflichen Kompetenzen – hat mich im Vorfeld beschäftigt. Wie bereitet man sich optimal vor? Wie bleibt man ruhig, wenn die Nervosität anklopft?

Hier teile ich meine persönlichen Tipps und Erfahrungen, damit du selbstbewusst und gut vorbereitet ins Fachgespräch gehen kannst.

Ablauf Fachgespräch

Das Fachgespräch ist so aufgebaut, dass man im Vorbereitungsraum ein Fallbeispiel erhält. Danach hat man 1,5 Stunden Zeit, um das Fallbeispiel zu analysieren und eine handschriftliche Pflegeplanung zu erstellen. Auch wenn man denkt, die Zeit sei sehr lang und man zu Hause beim Üben nur die Hälfte der Zeit benötigte, braucht man am Prüfungstag tatsächlich die vollen 1,5 Stunden.

Anschliessend findet das Fachgespräch statt und dauert 30 Minuten. Zehn Minuten präsentierst du die Fallanalyse und die Pflegeplanung. Danach stellen die Expertinnen und Experten zehn Minuten lang Fragen zur Analyse und Planung. Danach folgen nochmals zehn Minuten Fragen zum Schulstoff der vergangenen zwei Jahre. Es gibt keine Beschränkung: Es kann wirklich jedes Thema drankommen und über die Auswahl an Themen entscheidet der Experte oder die Expertin.

Vorbereitung auf das Fachgespräch

Die Zeit rund um mein Fachgespräch, vor allem die Vorbereitung, war für mich sehr intensiv. Da ich eine sehr disziplinierte Person bin und hohe Ansprüche an meine Leistung habe, wollte ich immer ein wenig mehr erreichen, als ich bereits geschafft hatte.

Das stellte sich als Herausforderung dar, denn in einem Monat zwei Jahre Schule zu wiederholen, ist nicht einfach. Glücklicherweise hatte ich viele Themen während des Studiums bereits ausführlich zusammengefasst.

Zusätzlich bin ich bei Prüfungen grundsätzlich nervös, auch wenn sie noch so klein sind. Ich musste fachlich vieles wiederholen, einüben und gleichzeitig lernen, während der Prüfung meine Nervosität zu kontrollieren.

Für den fachlichen Teil habe ich alle Themen zusammengefasst, die wir während des Studiums bearbeitet hatten. Am Computer wäre dies relativ einfach und schnell gegangen. Da ich jedoch nicht gut aus digitalen Medien und Zusammenfassungen lernen kann, schrieb ich alles auf Karteikarten. Damit ich die Inhalte später noch gut lesen konnte, musste ich beim Schreiben sorgfältig vorgehen.

Für alle Zusammenfassungen benötigte ich etwa 1,5 Wochen. Ich setzte mich jeden Tag nach der Arbeit während rund zwei bis vier Stunden hin, um zu lernen.

Anschliessend begann ich mit der Repetition der Themen. Das fiel mir nicht schwer, da ich alle bereits für eine frühere Prüfung erarbeitet und nochmals zusammengefasst hatte. Ich schaute jeden Tag mehrmals meine Karteikarten durch. Bei jedem Durchgang konnte ich mehr aus meinem Gedächtnis abrufen. Bis ich alles weitgehend auswendig wusste und so verstand, dass ich es erklären konnte, brauchte ich etwa 2,5 Wochen.

Je näher mein Fachgespräch rückte, desto nervöser wurde ich. Das Gefühl, zu wenig zu wissen, begleitete mich immer stärker. Mein Kopf war so voll, dass er sich zugleich leer anfühlte. Meine Mitstudierenden versicherten mir jedoch, dass es vielen so geht.

Um gegen meine Nervosität anzukämpfen, war eine gute Vorbereitung entscheidend. Einige Abende vor meinem Gespräch legte ich alles Wichtige bereit. Diese Dinge gehörten zu meinen Must-haves.

  • Zehn Stifte, falls neun davon während der Prüfung kaputtgehen
  • Leuchtstifte in verschiedenen Farben, um Sichtweisen und Prioritäten zu markieren
  • Traubenzucker, da es für mich unmöglich ist, vor einer Prüfung etwas zu essen
  • Post-it in verschiedenen Farben
  • Wasserflasche
  • Taschentücher
  • Kopfhörer
  • Aroma-Spray (z. B. Lavendel)
  • Alle Zusammenfassungen und ein NANDA, da die Vorbereitung open book ist.

Zusätzlich habe ich die Aroma-Pflege an mir selbst angewendet und mich mit Lavendelstiften beruhigt. Diese ebenfalls während des Lernens zu benutzen, hat den Effekt, dass man Gelerntes auch mit Gerüchen verbindet und es so eventuell besser abrufen kann.

Meine Tipps und Tricks

  • Auch wenn das Fachgespräch zu Beginn des Studiums noch weit entfernt ist, spart es viel Mühe und Zeit, die Themen von Anfang an ordentlich zusammenfassen.
  • Genügend Zeit einplanen: Ein bis zwei Monate vor dem Fachgespräch mit dem Lernen beginnen. Ideal ist, die Inhalte spätestens zwei Wochen vor dem Gespräch gut zu kennen, um die Themen bei Zeitmangel sinnvoll priorisieren zu können.
  • Beim Lernen für das Fachgespräch die Strategie einsetzen, die während des Studiums am meisten genutzt hat.
  • Davon ausgehen, dass die Tutoren und Expertinnen WOLLEN, dass man besteht. Die persönliche Einstellung zum Fachgespräch kann einen grossen Teil des Ergebnisses ausmachen.
  • Mimik und Gestik der Expertinnen und Experten nicht interpretieren, sie sind nicht aussagekräftig.
  • An dich selbst glauben: Wer die letzten zwei bis drei Jahre Studium geschafft hat, schafft auch diese letzte Prüfung.

Beim Fachgespräch vergeht die Zeit wie im Flug. Man ist so konzentriert, dass man gar nicht auf die Uhr schaut – so ging es mir zumindest. Plötzlich ist es vorbei und der ganze Druck, der sich aufgebaut hat, fällt nach und nach ab. Die Erleichterung ist entsprechend gross, vor allem, wenn man auf die Mitstudierenden trifft, die das Fachgespräch ebenfalls hinter sich haben, und sich gemeinsam freuen kann.