Kompetenzanalyse Studium Pflege HF
- Ausbildung zur FaGe EFZ
- Berufsbildnerin für FaGe
- Beginn Studium Pflege HF im März 2026
- Bei Spitex Zürich seit 2017
Wer das Studium Pflege HF beginnen möchte, muss bestimmte Aufnahmebedingungen erfüllen. Für Fachpersonen Gesundheit gehört dazu in der Regel auch eine Kompetenzanalyse. Sie ist Teil des Aufnahmeverfahrens und prüft verschiedene Fähigkeiten wie Sprache, logisches Denken, Naturwissenschaften oder Konzentration.
In diesem Beitrag erzähle ich, warum ich mich für diesen Schritt entschieden habe, wie die Kompetenzanalyse ablief und welche Tipps ich mir damals gewünscht hätte.
Mein Kompass und meine Motivation
Meine Entscheidung, an dieser Kompetenzanalyse teilzunehmen, fiel mitten in der Nacht. Irgendwo zwischen Zweifel, Neugier und dem Wunsch nach Veränderung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich kaum, was mich bei diesem Test erwarten würde. Was genau wird geprüft? Wie schwierig ist die Analyse wirklich? Und wie kann man sich darauf vorbereiten?
Kurz vor ihrem Tod gab mir meine Nonna einen Rat, der mich bis heute begleitet: «Egal, was du tust – tu es ehrlich, klar und mit beiden Beinen am Boden.» Diese Worte sind für mich zu einer Art innerem Kompass geworden. Sie erinnern mich daran, woher ich komme, und gleichzeitig daran, dass persönliche und berufliche Weiterentwicklung möglich und wichtig ist. Auch auf meinem Weg zur Pflegefachperson HF möchte ich diese Haltung bewahren: Mich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und meine eigenen Werte im Blick zu behalten.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, beruflich in einer Sackgasse zu sein. Einerseits konnte ich meine Aufgaben als Fachfrau Gesundheit sowie als Berufsbildnerin sehr gut erfüllen. In diesen Bereichen hatte ich viel Sicherheit gewonnen. Andererseits musste ich immer wieder feststellen, dass mein Einfluss auf bestimmte Situationen begrenzt war – sowohl in Bezug auf meinen Beitrag zur Pflegequalität als auch auf meine eigene berufliche Entwicklung.
Der Moment der Entscheidung
Aus diesem Gefühl des begrenzten Einflusses entstand in mir ein neuer Wunsch: Ich wollte das Studium Pflege HF machen. Mit der Zeit wurde dieser Wunsch immer lauter, bis ich ihn nicht mehr ignorieren konnte – und es auch gar nicht mehr wollte. Noch bevor ich ihn wieder verwerfen konnte, meldete ich mich relativ spontan für die Kompetenzanalyse HF an.
Und dann stellte sich mir die Frage: Was nun?
Einerseits war ich froh, diesen für mich grossen und mutigen Schritt gegangen zu sein. Andererseits hatte ich grosse Angst davor, was mich beim Test erwarten würde und ob ich das überhaupt schaffen könnte. Die Anmeldung machte ich mitten in der Nacht – irgendwo zwischen Leidensdruck und dem nächsten Dopamin-Kick. Trotzdem war ich stolz auf mich. Ich legte das Handy zur Seite und schlief entspannt ein, weil ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Vorbereitung
Was bei der Kompetenzanalyse geprüft wird
In den darauffolgenden Tagen begann ich, mich zu informieren, was bei diesem Test überhaupt geprüft wird. Das Wissen wird in verschiedene Bereiche unterteilt – Grundwissen, Potenzial und berufsspezifisches Wissen. Dazu gehören unter anderem Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften, kognitive Flexibilität, vernetztes Denken, Merkfähigkeit, Mathematik, Konzentration, Logik, strategisches Denken, Wahrnehmung und Textschreiben.
Was genau geprüft wird und wie, erfährt man auf der entsprechenden Website. Zu diesem Zeitpunkt spielte ich jedoch noch mit dem Gedanken, mir einfach eine neue Perspektive zu eröffnen. Ich hatte mich noch nicht endgültig festgelegt, was ich daraus machen würde. Deshalb bereitete ich mich kaum auf den Test vor.
Auf der Website kann man die Kompetenzanalyse kostenlos und stark verkürzt ausprobieren. Als ich den Probetest machte, hatte ich den Eindruck, dass der Test relativ einfach sein müsse. Die Aufgaben dort waren im Vergleich zu denen beim eigentlichen Test deutlich einfacher. Ausserdem gibt es beim Probetest keinen Zeitdruck.
Am eigentlichen Test stellte ich jedoch schnell fest, dass das Niveau innerhalb der einzelnen Bereiche mit jeder Aufgabe anstieg. Zudem sollte man den Zeitdruck nicht unterschätzen.
Wie ich mich konkret vorbereitet habe
Da mein Zahlenverständnis und mein Interesse für Mathematik schon immer eher klein waren, wusste ich, dass ich mich diesem Bereich noch einmal gezielt widmen musste. Am Vorabend bat ich dafür eine KI, mir Fragen zu stellen, wie sie bei der Kompetenzanalyse Pflege HF vorkommen könnten. Das hat mir wirklich sehr geholfen. Ich konnte einige Grundsätze noch einmal auffrischen und fühlte mich dadurch am Test deutlich sicherer. Letztendlich erzielte ich in Mathematik sogar ein erstaunlich gutes, teilweise sehr gutes Ergebnis.
In den anderen Bereichen habe ich auf zusätzliche Testfragen verzichtet. Rückblickend bin ich mir ziemlich sicher, dass auch das hilfreich gewesen wäre. Zudem gibt es Anbieter und Schulen, die Personen gezielt auf solche Tests vorbereiten.
Ich hätte mich definitiv besser damit auseinandersetzen sollen, wie ein solcher Test ausgewertet wird. Dann hätte ich schon vorher verstanden, worauf neben dem Inhalt ebenfalls geachtet wird.
Der Tag der Kompetenzanalyse
Am Tag des Tests, einem Samstagmorgen, war ich sehr nervös. Ich frühstückte, um meinen Körper mit genügend Nährstoffen zu versorgen und möglichst konzentriert arbeiten zu können. Ausserdem plante ich genügend Zeit ein, um vorher noch auf die Toilette zu gehen und ein paar Atemübungen zu machen.
Vor dem Test informierte uns eine Instruktorin über den Ablauf. Im Raum sassen Personen, die entweder den Multicheck oder eine Kompetenzanalyse für verschiedene Berufe absolvierten. Alle hatten einen Bildschirm vor sich, an dem die Aufgaben online bearbeitet wurden. Für die Kompetenzanalyse Pflege HF musste ich ausser meiner Identitätskarte nichts mitbringen. Andere Hilfsmittel waren nicht erlaubt.
Vor jedem Fach gab es eine Beispielaufgabe. Diese zeigte nochmals genau, wie die Aufgabenstellung aufgebaut ist und was erwartet wird. Währenddessen lief die Prüfungszeit noch nicht. Erst danach begann der eigentliche Test. Am Tag der Analyse hatte ich effektiv nur drei statt vier Stunden Zeit. Besonders bei Aufgaben, die hohe Konzentration erforderten, spürte ich den Zeitdruck deutlich.
Es gab einfachere und herausforderndere Aufgaben. Ich setzte meine eigene Messlatte sehr hoch und machte mir dadurch zusätzlichen Druck. Gleichzeitig spürte ich den Zeitdruck von aussen deutlich. Dadurch benötigte ich für Fragen, die mir zu Hause relativ leicht gefallen waren, deutlich mehr Zeit.
Auf der Website sieht man auch, wie das Resultat am Ende dargestellt wird. Dort wird ersichtlich, wie viele Aufgaben richtig beantwortet wurden, wie viele falsch waren und wie viel Zeit übrig blieb. Das wusste ich damals nicht. Deshalb wählte ich bei gewissen Aufgaben einfach eine Antwort. Rückblickend wäre ich wahrscheinlich anders vorgegangen, wenn ich diese Informationen bereits vorher eingeholt hätte.
Das Ergebnis und mein Fazit
Danach musste ich zwei Tage warten. In diesen zwei Tagen war ich innerlich ziemlich aufgeregt. Ich konnte kaum einschätzen, welches Resultat ich erzielt hatte. Am Morgen des zweiten Tages überprüfte ich immer wieder meine E-Mails.
Schliesslich erhielt ich noch am Morgen die Nachricht mit meinem Resultat. Zu meiner grossen Erleichterung waren die Ergebnisse überwiegend sehr erfreulich.
Gut zu wissen: Wenn man den Test nicht bestanden hat, kann man ihn innerhalb derselben Testperiode erneut durchführen. Das wird im Dokument vermerkt und die Resultate der ersten und zweiten Analyse werden miteinander verglichen. Nach Ablauf der Periode ist ein neuer Test möglich. Ich glaube, dass diese jeweils ein Jahr dauert, von Mai bis Mai. Ganz sicher bin ich mir aber nicht mehr.
Wenn mich heute jemand fragt, wie schwer die Analyse war, antworte ich immer: «Sie ist wirklich gut machbar.» Natürlich hängt das vom Vorwissen jeder einzelnen Person ab. Auch die Tagesform spielt eine Rolle. Und ehrlich gesagt kann es manchmal sogar Einfluss haben, ob man bei einer Aufgabe richtig oder falsch rät.
Meine Tipps
- Den Probetest unbedingt anschauen
Auch wenn er einfacher ist als der eigentliche Test, hilft er dabei, die Aufgaben besser zu verstehen.
- Auffrischen, worin man sich unsicher fühlt
Schon eine kurze Wiederholung kann viel Sicherheit geben – die Unterstützung durch eine KI hat mir dabei sehr geholfen.
- Ruhig bleiben und Nervosität akzeptieren
Der grösste Druck entsteht oft durch die eigenen Erwartungen. Ein gewisses Mass an Nervosität ist völlig normal.
Und zu guter Letzt: Wenn man es nicht versucht, erfährt man nie, ob man besteht. Wer jedoch den Mut hat, die Kompetenzanalyse zu machen, hat auch die Chance, erfolgreich zu sein. Schlussendlich ist die Kompetenzanalyse eine Momentaufnahme – ein Instrument für den Aufnahmeprozess.
Also: Mut zur Lücke und viel Spass und Glück!