Warum ich Pflege HF studierte
- Bereich Somatic Care
- Ausbildung zur FaGe EFZ
- Studium Pflege HF
- Bei Spitex Zürich seit 2020
Mein Name ist Anna. Ich habe soeben mein Studium zur diplomierten Pflegefachfrau HF abgeschlossen – juhu! Heute erzähle ich, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. Vielleicht erleichtert mein Bericht jemandem die Entscheidung für das Pflegestudium.
Wie alles begann
Die Pflege war nicht immer meine erste Wahl. Zuerst begann ich eine KV-Lehre, merkte aber schnell, dass das nicht zu mir passt. Danach begann ich die FaGe-Lehre bei Spitex Zürich. Dort entdeckte ich meine Leidenschaft für Pflege, Medizin und die Menschen. Zum ersten Mal freute ich mich auf die Schule, weil mich die Inhalte wirklich interessierten.
Mein Interesse an der Theorie war gross. Ich wollte immer mehr wissen und entwickelte mich zu einer engagierten Schülerin. Etwa in der Mitte der Ausbildung begann ich, über meine Zukunft nachzudenken. Ich wollte eigentlich schon immer studieren, konnte mir das früher aber nicht vorstellen, weil mich Schule wenig begeistert hatte. Während der Ausbildung merkte ich jedoch, dass Lernen auch Freude machen kann. Plötzlich wurde der Gedanke an ein Studium realistisch.
Ich wünschte mir mehr Verantwortung und Autonomie. In meinem Umfeld erhielt ich viel Unterstützung, auch wenn manche mir rieten, vor dem Studium noch zu arbeiten. Das kam für mich nicht infrage. Ich brauche Abwechslung – wenn ich zu lange das Gleiche mache, verliere ich die Motivation.
Mein Entscheid
Ich meldete mich für den Multicheck an und bestand ihn klar – das bestärkte mich zusätzlich. Nach Eignungspraktikum und Aufnahmegespräch erhielt ich die Bewilligung für das zweijährige Vollzeitstudium. Drei weitere Jahre Schule konnte ich mir nach der Lehre nicht vorstellen.
Da ich bereits ausgezogen war und die neuen Lohnempfehlungen noch nicht galten, suchte ich Unterstützung bei der Sozialberatung. Das war eine grosse Hilfe. Mit ihrer Begleitung erhielt ich Stipendien. Falls finanzielle Fragen Zweifel auslösen: Es lohnt sich, Beratung in Anspruch zu nehmen. Oft gibt es Lösungen.
Mit dem Studium hätte ich gerne im Herbstsemester 2023 begonnen, aber weil ich an den Schweizer Meisterschaften der FaGe teilnahm, entschied ich mich für den Beginn im Frühlingssemester 2024. Diese Erfahrung wollte ich keinesfalls missen. Mit einem Notendurchschnitt über 5,0 hätte ich prüfungsfrei in die Berufsmaturitätsschule einsteigen können, doch weitere Jahre mit Themen, die mich wenig interessieren, kamen für mich nicht infrage. Ich wollte ein Studium, das zu meiner Leidenschaft passt. Deshalb entschied ich mich für die Höhere Fachschule.
Mein Fazit nach zwei Jahren
Ich stellte mir das Studium strenger vor und dachte, ich müsste täglich lernen. So extrem war es nicht. Natürlich ist es anspruchsvoller als die Lehre. Wer von Anfang an mitarbeitet, Zusammenfassungen schreibt und am Ball bleibt, kommt gut durch. Vor Prüfungen, die etwa alle sechs Wochen stattfinden, wird es intensiver, dazwischen ist es gut machbar.
Rückblickend habe ich enorm profitiert – fachlich und persönlich. Ich habe gelernt, wissenschaftlich und evidenzbasiert zu arbeiten, Prioritäten zu setzen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Neue pflegerische Kompetenzen konnte ich entwickeln, zum Beispiel im Umgang mit PICC, Port, komplexen Wunden oder beim Gestalten des Pflegeprozesses.
Ich würde mich wieder für dieses Studium entscheiden. Für alle, die sich für Menschen, Pflege und Medizin interessieren, die gerne Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten, bietet das Studium zur diplomierten Pflegefachperson HF eine grossartige Möglichkeit.